Für wen und wann?

Für wen ist Trauerbegleitung das richtige

Die meisten Menschen zögern lange, bevor sie sich melden. Fast alle sagen im ersten Gespräch denselben Satz: Ich weiß nicht, ob das bei mir überhaupt schlimm genug ist.

Es muss nicht schlimm genug sein. Es reicht, dass es Ihnen zu viel ist.

Vielleicht erkennen Sie sich hier wieder

Der Tod liegt Monate zurück, und es wird nicht leichter, sondern schwerer.

Ihr Umfeld hat aufgehört zu fragen. Sie haben angefangen, auf „Wie geht’s?“ mit „Ganz gut“ zu antworten, weil die Wahrheit zu lang wäre.

Sie funktionieren im Beruf tadellos und kommen zu Hause nicht vom Sofa hoch. Oder umgekehrt.

Sie trauern anders, als Sie gedacht hätten. Wütend. Oder erleichtert. Oder gar nicht. Und Sie schämen sich dafür.

Die Beziehung zu dem Menschen, der gestorben ist, war schwierig. Jetzt sind Sie mit allem allein, was ungeklärt geblieben ist.

Der Tod kam plötzlich. Oder durch Suizid. Oder nach einer langen Zeit, in der Sie gepflegt haben und in der Ihre Trauer schon vor dem Tod begonnen hat.

Sie haben ein Kind verloren.

Sie trauern um jemanden, bei dem Ihr Umfeld findet, das sei doch kein so großer Verlust: um einen ehemaligen Partner, einen Freund, ein Tier, ein Kind, das nie geboren wurde.

Ein Jahrestag steht bevor, oder das erste Weihnachten, und Sie merken schon Wochen vorher, wie sich alles zusammenzieht.

Sie warten auf einen Therapieplatz und brauchen jemanden für die Zwischenzeit.

Sie sorgen sich um Ihr Kind, das gerade den Vater, die Mutter, die Großmutter verloren hat, und wissen nicht, was richtig ist.

Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Es gibt keinen. Manche melden sich nach drei Wochen, andere nach elf Jahren. Beides ist in Ordnung. Trauer hält sich nicht an Fristen, und sie kommt manchmal erst dann, wenn endlich Platz dafür ist.


Ein erstes Telefonat, um zu schauen, ob es passt

Etwa zwanzig Minuten. Kostenfrei. Sie erzählen so viel oder so wenig, wie Sie möchten.

Was ist Trauer

Trauer ist keine Krankheit. Sie ist eine gesunde Reaktion auf einen Verlust, auch wenn sie sich überhaupt nicht gesund anfühlt. Für den allergrößten Teil dessen, was Menschen nach einem Todesfall erleben, braucht es keine ärztliche Hilfe, sondern Zeit, Zuwendung und jemanden, der zuhört.

Manchmal ist es aber etwas anderes. Dann braucht es mehr, als ich anbieten kann — und dann sage ich Ihnen das.

Ich bin nicht die Richtige, wenn

  • die Trauer sich nach vielen Monaten unverändert so anfühlt wie am ersten Tag und Ihr Leben vollständig stillsteht

  • Sie über längere Zeit nicht mehr schlafen, nicht mehr essen, nicht mehr arbeiten können

  • Sie sich Gedanken machen, ob Sie noch leben wollen

  • eine psychische Erkrankung besteht oder früher bestanden hat

  • Sie Alkohol oder Medikamente einsetzen, um durch den Tag zu kommen

  • der Verlust mit einem traumatischen Erleben verbunden ist und Sie Bilder oder Erinnerungen nicht mehr loswerden

In diesen Fällen gehört die Sache in ärztliche oder psychotherapeutische Hände. Das ist keine Absage und kein Urteil über Sie. Ich helfe Ihnen, den Weg dorthin zu finden, und begleite Sie auf Wunsch später oder parallel weiter, wenn die behandelnde Person das für sinnvoll hält.

Wenn es akut ist

Wenn Sie das Gefühl haben, es nicht mehr auszuhalten, wenden Sie sich bitte sofort an eine dieser Stellen. Dort ist rund um die Uhr jemand erreichbar, kostenfrei und anonym:

Telefonseelsorge — 0800 111 0 111 · 0800 111 0 222 · 116 123

Ärztlicher Bereitschaftsdienst — 116 117

Im Notfall — 112

Wenn Sie etwas anderes suchen

Es gibt in unserer Gegend gute Angebote, die kostenfrei sind: Trauercafés und Gruppen bei den Hospizdiensten und den Kirchengemeinden. Wenn Ihnen das eher entspricht, sagen Sie es mir — ich nenne Ihnen gern, was ich kenne. Es geht darum, dass Sie das Passende finden, nicht darum, dass Sie es bei mir finden.

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